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Content, der qualitativ derart schlecht ist, dass er aktiv die User Experience stört, gehört zu den Problemen, die Facebook bereits seit einigen Jahren priorisiert angeht. Darunter fallen beispielsweise Inhalte, die auf Clickbait setzen. Jetzt hat der Konzern jedoch einen weiteren Dorn im Auge ausgemacht. Kopierte Inhalte.

Schlechtes Ranking als Abstrafung

Facebook geht fortan mit voller Härte gegen Publisher vor, die Inhalte lediglich kopieren, ohne ihnen eine Veränderung oder Ergänzung hinzuzufügen. Die Folge sind schlechtere Rankings im News Feed. Diese Abstrafung findet immer dann Anwendung, wenn Facebook eine Kombination aus kopierten Inhalten, Clickbait oder Websites mit qualitativ schwachen Ads wahrnimmt. Anlass für den Konzern diesen Schritt zu gehen sind Nutzer-Befragungen, die solche Inhalte als störend für die User Experience auffassen.

So funktioniert die Qualitätskontrolle

Facebook nutzt hierfür eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Zunächst überprüft der Konzern die Texte einer Seite mittels eines Vergleichs mit anderen Inhalten, ob es sich um ein Duplikat handelt. Der Prozentsatz der Übereinstimmung fungiert als erster Indikator für die Qualität der Inhalte. Liegt dieser sehr hoch, bedeutet das, dass die Inhalte kopiert wurden und somit für Nutzer von geringerer Relevanz sind. Hinzu kommt die Qualität der Überschriften sowie der Ads auf der Website. Wenn es sich bei den Überschriften also um Clickbait feinster Art handelt und die Website mit tonnenweise schlechten Anzeigen überzogen ist, hat der Beitrag im News Feed nahezu keine Chance mehr.

Fazit

Facebook unternimmt einen weiteren Schritt, um die User Experience zu verbessern. Das Vorgehen ist dabei allerdings auch nicht ganz uneigennützig. Denn qualitativ hochwertigere Inhalte resultieren in einer längeren Nutzungsdauer des Users und schlussendlich in mehr Geld für Facebook durch Werbeeinnahmen. Ob mit dieser Form der „Qualitätssicherung“ schlechter Content ein für alle Mal der Vergangenheit angehört, bleibt jedoch abzuwarten.