Das Projekt „Paywall“ ist bereits in den Startlöchern. Die Bezahlschranke von Facebook soll für Printmedien eine solide Basis für eine Kooperation schaffen. So kann die redaktionelle Arbeit entlohnt werden und Zuckerberg mitverdienen.

Geld gegen Fake-News

Als Nutzer müssen auch wir in den sauren Apfel beißen. Seriöser Journalismus hat seinen Preis, der nicht nur durch Werbung bezahlt werden kann. Private Nachrichten-Anbieter haben seit dem Internet zunehmend mit roten Zahlen zu kämpfen. Hinfort scheint das profitable Geschäft mit Zeitschriften und Zeitungen, in dem Recherche noch die Quintessenz war. Heute kann im Internet ein Jeder mitteilen, was er gerade denkt. Dafür bedarf es meist keiner Quellenangaben – einzig einer guten Story.

Entsprechend wurden Facebook und Co lange Zeit von Spam und Fakenews belagert. Die Zeit des Clickbaits, in der einzig die Sensation zählt. Spätestens jedoch seit Zuckerbergs Universum sich zum Nachrichtenzentrum entwickelt hat und auch die Politik mehr Interesse am sozialen Web zeigt, fährt der Facebook-Konzern eine neue Kampagne. Ziel der Facebook Paywall ist es, dem User seriöse Berichterstattung zu bieten und gegen Fake-News gezielt vorzugehen. Zu den ersten Testern gehören Blätter wie The Economist, Le Parisien, La Repubblica und The Washington Post. Angekündigt wurde das Feature bereits im Juli diesen Jahres.

Einnahmen durch die Bezahlschranke

Bisher sind zwei Varianten bekannt.

  • In der ersten Variante können Leser bis zu zehn Artikel kostenfrei lesen. Danach wird darum gebeten ein Abonnement abzuschließen, um Zugriff auf weitere Artikel zu erhalten.
  • In der zweiten Variante legt das Blatt selbst fest, welche Artikel kostenfrei zu lesen sein sollen und welche hinter einer Paywall versteckt werden.
Facebook Paywell

Und so sieht das System zum aktuellen Zeitpuntk aus. (Quelle: Facebook)

Via Facebook soll der Nutzer auf dem Laufenden über bezahlte Artikel gehalten werden. Das Lesen findet bisher jedoch auf der Seite des Anbieters statt. Durch eine Weiterleitung schickt Facebook die Nutzer auf die Seite und wird sich das wohl durch eine Provision bezahlen lassen. Gegebenenfalls wird das Feature noch auf Apps der Publisher erweitert.

Paywall – das Abomodell

In jedem Fall wird Zuckerberg interessiert daran sein, die Abonnentenzahlen zu steigern. Auch die Lieferdienste greift Facebook aktuell an. Im Moment werden unterschiedliche Call-to-Action-Buttons getestet, um zu sehen, welcher die beste Wirkung erzielt. In Instant-Articels soll in Zukunft eventuell mit dem Abo-Button statt „Gefällt mir“ und „Mehr dazu“ gearbeitet werden. In Kooperation mit den ersten Anbietern sucht Facebook die profitabelste Gestaltung.

Dabei ist das Abo-System weder neu noch unerforscht. Im Gegenteil. Gerade heute wird überall abonniert. Die Abo-Funktion bei Youtube, Amazon Prime und Netflix zählen zu den erfolgreichsten Abo-Modellen. Die Facebook Paywall könnte sich als sehr lukrativ für alle Beteiligten entpuppen. So geht Facebook auch konform mit der Politik, die traditionellen Journalismus wieder stärken und Fake-News eindämmen möchte. Wir bleiben gespannt, wie sich Facebooks Versuch, eine Bezahlschranke für Printmedien einzuführen, entwickelt.