In den letzten Jahren nahm nicht nur die Anzahl von Viren auf Facebook zu, sondern auch die Menge an Fake-Profilen. Nahezu täglich kann man beobachten, wie man Freundschaftsanfragen von Personen bekommt, von denen einem weder der Name noch das Profilbild bekannt vorkommt. Dass es sich dabei nicht wirklich um die Person auf dem Foto handelt, ist dabei das kleinste Problem. Derartige Profile beinhalten weitaus größere Gefahren.

Schritt 1: Mysteriöse Kontaktanfragen

Kommt Ihnen folgendes Szenario bekannt vor? Eine unbekannte Person oder ein Freund, den Sie eigentlich bereits in Ihrer Freundesliste haben, schickt Ihnen eine Freundschaftsanfrage. In diesem Moment müssten sich eigentlich diverse Fragen aufdrängen. Wie hat diese Person mich gefunden? Wieso möchte sie mit mir befreundet sein, obwohl wir uns gar nicht kennen? Hat der Freund sich tatsächlich ein zweites oder neues Profil angelegt oder handelt es sich dabei um eine billige Kopie? Unglücklicherweise rückt Vorsicht bei der Social Media Nutzung oft in den Hintergrund, da man sich in einem eigentlich sicheren Umfeld bewegt. Infolgedessen wird die Kontaktanfrage bedenkenlos bestätigt. Ein fataler Fehler, denn mit der Annahme beginnt die Misere. Bei diesen Profilen handelt es sich um eine Falle, der nur allzu viele Nutzer erliegen. Es ist wichtig falsche Profile von Echten unterscheiden zu können.

Schritt 2: Attraktivität als Annahmegarantie

Typisches Foto bei einem Fake-Profil

Der Großteil der Fake Profile weist die gleichen Charakteristika auf. Einen gewöhnlichen Namen, der keinerlei Verdacht erweckt. Denn sollte man eine Freundschaftsanfrage von einer Person bekommen, die man nicht kennt und deren Namen merkwürdig klingt, entsteht eher Skepsis. Darüber hinaus ein Profilbild, dass eine attraktive Frau oder einen attraktiven Mann zeigt, sodass bei der Annahme nur das gute Aussehen wahrgenommen wird und nicht, dass es sich dabei um einen Fake handeln könnte. Sollte es sich um das Profil eines Freundes handeln, mit dem man bereits befreundet ist, wurde dieses eins zu eins kopiert, sodass es nicht zu unterscheiden ist.

Schritt 3: Die Frage nach persönlichen Daten

Ist die Anfrage erstmal akzeptiert, nimmt das Disaster seinen Lauf. Die Betrüger haben Zugriff auf alle bei Facebook eingestellten Daten und können jedes Posting sehn, das getätigt wird. Das mag zunächst harmlos erscheinen, erhält jedoch andere Dimensionen, wenn man sich folgendes Szenario vor Augen führt. Voller Vorfreude wird ein Post getätigt, dass die nächsten zwei Wochen auf einer warmen Insel verbracht werden. Was für echte Freunde wie ein normaler Urlaubspost aussieht, teilt den Betrügern mit, dass das Haus für zwei Wochen leer steht. Aufgrund der Fotos in der Galerie von der letzten Grillparty und der neugestrichenen Garage, kann das Haus genau identifiziert werden. Somit besteht zwei Wochen die Möglichkeit eines Einbruchs, der erst Tage später bemerkt werden wird und nur geringes Risiko birgt, erwischt zu werden. Dabei handelt es sich keineswegs um Schwarzmalerei. Derartige Szenarien haben sich bereits hundertfach ereignet.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Erbeutung privater Daten außerhalb des Profils. Im Falle des kopierten Freundprofils erhalten Sie von diesem eine Nachricht, dass er sich ein neues Handy zugelegt oder ausversehen Ihre Nummer gelöscht hat und sie deshalb bittet, ihm diese zukommen zu lassen. Sollten Sie Ihre Nummer herausgeben, können die Betrüger diese verwenden, um im Internet kostspielige Sachen zu bestellen, bei denen die Mobilfunknummer als Garantie angegeben wird. Dabei wird entweder ein Code an Ihre Nummer gesendet, um den Sie der vermeintliche Freund ebenfalls bittet, oder Sie werden in der SMS aufgefordert, mit dem Code zu antworten. Damit bestätigen Sie den Kauf, dessen Kosten Sie selbst zu tragen haben.

Seien Sie deshalb vorsichtig und überlegen Sie genau, ob es sich um eine echte Person oder einen potentiellen Betrug handelt. Die Folgen können verherend sein.