Automatische Gesichtserkennung bei Facebook

Automatische Gesichtserkennung

Milliardenkonzern Facebook möchte in Zukunft jedes Bild scannen, das hochgeladen wird. In Amerika ist die Funktion seit Dienstag aktiv und stößt bereits auf heftige Kritik.

Das ist neu

Seit Dienstag wird bei Facebook jedes neue Bild automatisch gescannt. Gesichter werden Profilen zugeordnet und der Nutzer erhält eine Mitteilung. Was erstmal schlichtweg sinnvoll klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Fiasko für den europäischen Datenschutz. Somit sticht Zuckerberg in ein weiteres Bienennest. Erst vor wenigen Wochen wurden Facebook-Nutzer in den USA aufgefordert ein privates Bild hochzuladen. Zwar hat ein Nutzer so mehr Kontrolle über die Daten, die ihn betreffen, doch wie verlässlich ist die Software?

Facebook will Sicherheit schaffen

Laut Facebooks Head of Privacy soll die Funktion helfen immer informiert zu sein und private Daten zu schützen. Der Nutzer soll so informiert bleiben und entscheiden können, welche Inhalte für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Aus demselben Grund soll der Nutzer auch ein Bild hochladen, auf dem das Gesicht klar zu erkennen ist. So soll Fake-Profilen vorgebeugt werden und im Zweifel jedes Konto einer realen Person zugeordnet werden können. Doch Datenschützer wie Jennifer Lynch von der Electronic Frontier Foundation sehen das kritisch.

Datenschützer wollen keine Bilder

Vor allem kritisieren Datenschützer jedoch, dass die Funktion automatisch eingeschaltet ist. Der Nutzer muss sie aktiv suchen, um sie auszuschalten. Gefordert wird, dass die Funktion erst auf Anfrage des Nutzers aktiviert werden soll. Außerdem sei die Software nicht ausgeklügelt genug, um nur das eigene Gesicht zu erkennen. Wenn ein falscher Nutzer eine Benachrichtigung erhält, werden Daten an unbekannte Personen weitergeleitet.

Warum Facebook die Funktion möchte

Facebook möchte vor allem eines, allen Nutzern zu jeder Zeit eine interessante Umgebung bieten. So soll jeder User möglichst viel Zeit auf der Plattform verbringen. Immerhin verdient der Konzern so sein Geld. Für Konzertseiten wäre die Funktion sehr interessant, da Nutzer sehen, wenn ein Bild von ihnen hochgeladen wurde. So können sie direkt mit dem Bild interagieren.

Bis auf weiteres bleibt der europäische Facebookmarkt jedoch nach wie vor geschützt. Die europäischen Datenschutzrichtlinien blockieren viele der amerikanischen Facebookfunktionen. Wie lange das so bleibt, wird die Zukunft zeigen.