Facebooks Kampf gegen Falschmeldungen

Das Verbreiten vermeintlicher Nachrichten im Internet, sogenannter Fake News, insbesondere auf Social-Media Plattformen, hat in den letzten Monaten stark zugenommen. Die sogenannten Fake News sind nur schwer von echten Nachrichten zu unterscheiden und stellen dem Nutzer falsche Informationen als Fakten dar.

Spätestens seit der US-Wahl haben sich Fake News zu einem echten Problem entwickelt. Facebook geht nun aktiv gegen solche Meldungen vor. Einerseits will das Unternehmen so das Nutzererlebnis verbessern, andererseits sind sie auch dazu gezwungen, hat die Koalition doch angekündigt, noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das die Verbreitung falscher Informationen im Netz unterbinden soll. Um die Fake News zu stoppen geht Facebook auf drei Bereiche ein. Diese sind laut Unternehmensangabe jedoch erst der Anfang im Kampf gegen die Falschmeldungen.

Das Melden falscher Inhalte vereinfachen

Facebook arbeitet an verschiedenen Möglichkeiten, das Melden von Fake News im Newsfeed zu vereinfachen. Wenn ein Nutzer einen Beitrag als potentiell falsche Nachricht identifiziert, kann er diesen durch einen Klick auf die obere rechte Ecke melden und Facebook so Feedback geben, dass es sich um eine falsche Nachricht handelt. So kann das Unternehmen über das Nutzerfeedback zukünftig mehr solcher Nachrichten erkennen.

Fake News Reporting

Quelle: Facebook

 

Warnhinweise für zweifelhafte Beiträge

In diesem Bereich arbeitet Facebook mit Drittparteien zusammen, die als Faktenprüfer fungieren. Alle Faktenprüfer sind Unterzeichner des Poynter’s International Fact Checking Code of Principles. Ponyter erklärt: „Das internationale Netzwerk von Faktenprüfern bei Poynter engagiert sich für herausragende Ergebnisse im Bereich Faktenprüfung. Wir glauben, dass eine unabhängige und transparente Faktenprüfung ein mächtiges Instrument für verantwortungsbewussten Journalismus sein kann. Der Verhaltenskodex gilt für Unternehmen, die regelmäßig unabhängige Berichte über die Genauigkeit von Aussagen von Personen des öffentlichen Lebens, großen Unternehmen und anderen gesellschaftlich relevanten Stellen mit großer Reichweite veröffentlichen.“ So soll ein zusätzlicher Kontext geschaffen werden, der es Nutzern erleichtern soll, über den Wahrheitsgehalt der Aussage zu entscheiden.
Basierend auf den Meldungen der Nutzer werden ähnliche Beiträge, die diese Merkmale aufweisen, an die überprüfende Agentur weiterleitet. Identifiziert diese den Beitrag als Fake News, wird er mit einem Warnhinweis versehen, der ihn als unglaubwürdig deklariert. Der Hinweis beinhaltet dabei nicht nur die Warnung, sondern auch einen Link zum Artikel sowie eine Begründung, warum der Beitrag als potentiell falsch eingestuft wurde.
Zwar ist das Teilen solcher Beiträge auch weiterhin möglich, jedoch wird dabei auch der Warnhinweis geteilt. Für Werbetreibende ist es fortan nicht mehr möglich, Beiträge mit einem solchen Hinweis hervorzuheben oder zu einer Werbeanzeige zu machen.

Finanzielle Anreize auf ein Minimum reduzieren

Dieser Aspekt richtet sich hauptsächlich gegen Spammer. Diese täuschen vor, eine bekannte Nachrichtenagentur zu sein, um so Nutzer dazu zu bewegen, auf ihren Link zu klicken. Facebook setzt nun seine Richtlinien strikter um und hat es Spammern unmöglich gemacht, Websites zu fälschen.
Diese Maßnahmen gegen Fake News werden schon bald in Deutschland zum Einsatz kommen. Facebook selbst bezeichnet das Vorgehen als einen Anfang, will jedoch weiterhin an der Verbesserung des Systems arbeiten und es dann auch auf weitere Länder ausdehnen.