In den letzten Wochen berichteten wir bereits über aktuelle Debatten um den blauen f-Konzern. Wir empfehlen deshalb die Beiträge “Das anti-anti soziale Netzwerk” und “Facebooks Zensurrichtlinien” im Voraus zu lesen um besser in das Thema zu finden. Wie soll mit Hatekommentaren umgegangen werden? Sind soziale Netzwerke eine Brutstätte für religiösen Extremismus? Wie kann man gegen Fake News vorgehen? Jetzt greift Zuckerberg auf Nutzer zurück um neue Lösungen zu finden.

Hard Question

So heißt der Blogpost, auf dem Facebook die Probleme schilder, Lösungsvorschläge zeigt und auf Feedback aus der Community hofft. Die Kernthemen kann man schnell zusammenfassen.

Wie soll man mit…

  • extremistischer Propaganda umgehen?
  • Profilen von verstorbenen Nutzern umgehen?
  • Fake News umgehen und sie erkennen?
  • Nutzerdaten umgehen?
  • anstößigen Inhalten umgehen?

Geschossen wird von überall. Gerade in Europa steigt der politische Druck. Facebook soll gegen problematische Inhalte vorgehen und endlich eine Rechtsgrundlage für das soziale Netzwerk schaffen.

Typisch Silicon Valley

Nach üblicher Zuckerberg-Manier bringt eine Software die Rettung. Kein komplexer Bewertungskatalog oder Richtlinien von juristisch versierten Mitarbeitern sollen Abhilfe schaffen. Eine künstliche Intelligenz wird programmiert um Terrorismus, Fake News und kritische Inhalte sofort zu erkennen und ggf. zu löschen.

Kann so etwas funktionieren? Nun ja, das hat es bereits. Zum einen nutzt Facebook bereits entsprechende Programme um Inhalte zu erkennen, zum anderen löst man Probleme in dieser Branche immer auf diese Art. Wenn eine neue Situation auftritt wird so lange an dem Code herumgeschraubt, bis Zuckerberg oder die Community zufrieden sind. Jedoch ergibt sich hier eine größere Problematik.

Neue Probleme – Alte Lösungen

Obwohl wir als Marketingagentur effizienten Softwarelösungen grundsätzlich nicht negativ gegenüberstehen, muss diese Idee kritisch betrachtet werden. Ethisch komplexe Fragen, auf die Anwälte keine klaren Antworten haben, wird keine künstliche Intelligenz entschlüsseln können. Im Endeffekt muss diese dann an vorgegebenen Parametern bemessen, wie der Inhalt zu bewerten ist.

Doch gib es Alternativen? Die ernüchternde Antwort – kaum. Milliarden Profile und Billiarden Beiträge jeden Tag. Eine Herkulesaufgabe für Programmierer, doch eine Sisyphusaufgabe für echte Menschen. Denn die nötigen Mittel sind nicht zu bewältigen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen täglich tausende Postings lesen und kritisch bewerten. Nach wenigen Stunden sind Sie am Ende Ihrer Kräfte und geben auf. Nun benötigt Facebook jedoch tausende Menschen, die sich täglich tausende Postings durchlesen. Unmöglich.

Wo bleibt der Datenschutz?

Der kommt hier leider etwas kurz. Facebook rechtfertigt durch diese Maßnahmen auch weiterführende Datenspeicher. Denn um einen übergreifenden Schutz zu gewährleisten muss Facebook auch auf Whatsapp- und Instagramdaten zugreifen können. Die Überwachung geht leider – wie so oft – mit der Sicherheit einher.

Und die Meinungsfreiheit?

Auch diese wird künftig wohl im Netz eingeschränkt werden. Facebook möchte jedoch eigentlich so offen wie möglich bleiben. So schade es ist, sind auch Naziparolen und Terrorpropaganda nun mal im entferntesten Sinne eine Meinung.

Weiterführend zu diesem Thema empfehlen wir dieses Video:

Die Grenzen sind wie immer schwierig zu definieren. Doch wird der Spielplatz “Internet” nun mal langsam erwachsen und muss anfangen sich an Regeln zu gewöhnen. Aber für wen?

Länderübergreifende Regeln?

Allgemein ist es kaum möglich Richtlinien zu geben. Unterschiedliche Kulturen haben unterschiedliche Wertvorstellungen. Während bei uns das Verbreitung von Kritik an Merkels Politik absolut normal ist, sehen beispielsweise chinesische Behörden sowas gar nicht gern. Negatives über das englische Königshaus ist prinzipiell auch erlaubt. Wenn man über die thailändische Monarchie spricht, verkneift man sich Kritik jedoch lieber.

Facebook fragt die Community nach Lösungen

Wie die Regeln aussehen kann mitbestimmt werden, denn Facebook bittet die Nutzer um Vorschläge wie sich das Netzerk sinnvoll gegen Fake News oder Online-Hetze postitionieren kann. Hier der Artikel zum weiterlesen Hard Questions: How We Counter Terrorism.