Facebook wächst!

„Junge Menschen sind heutzutage doch eh nur auf Snapchat unterwegs.“ „Meine Freunde benutzen alle gar kein Facebook.“ „Instagram ist der Trend!“ „Auf Facebook gibt es sowieso nur Hasskommentare und Fake-News.“

Wenn ich diese Sätze höre, kann ich mir ein kurzes, süffisantes Lächeln einfach nicht verkneifen. Dabei möchte ich die Leistung anderer sozialer Netzwerke nicht herunterspielen. Doch liegen die Nutzerzahlen von Diensten wie Instagram nach wie vor bei einem Bruchteil von Facebook. So nutzen laut aktuellen Zahlen von socialmedia-institute.com 26 Millionen Menschen in Deutschland täglich Facebook. Instagram hingegen verfügt nur über rund 7 Millionen Nutzer.

Damit liegt Instagram zwar noch stark vor Twitter und Snapchat, erreicht dennoch nur rund 1/4 der Facebookreichweite. Dazu kommt, dass Facebook unbeirrt weiter wächst.

Neues Hoch in Deutschland

Im letzten Monat durchbrach Facebook in Deutschland die 30 Millionen-Marke! Und dieser Trend spiegelt sich auf der ganzen Welt wieder. 86 Prozent der täglichen Facebook-Nutzer kommen nicht aus den USA oder Kanada. Weltweit sind es zwei Milliarden User, die Facebook im Alltag nutzen.

Zahlen welche die viel umworbenen „Newcommer“ in den Schatten stellen. Wie macht Facebook das möglich?

Dabei sollte man nicht vergessen, dass die meisten Anbieter nicht sonderlich jünger als Facebook sind.

Geburtstage

Facebook wurde 2004 gegründet und 2008 in Deutschland veröffentlicht. Instagram startete 2010 und war sofort in Deutschland verfügbar. In 9 Jahren konnte Facebook also knapp 20 Millionen mehr Leute erreichen als Instagram in 7.

Wem gehört das noch gleich?

Whatsapp und Instagram wurde bereits von Facebook aufgekauft und stellen den Grundpfeiler für mobilen Erfolg. Auch das VR-Projekt Oculus, kaufte Facebook auf. Noch ist unklar, was der Social-Gigant geplant hat. Zuckerberg sagt: „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform überhaupt zu werden und die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren. Mobilfunk ist die aktuelle Plattform und wir bereiten uns auch auf die Plattformen von morgen vor.

Vielleicht erwartet uns also in Zukunft ein Facebook, dass mit einer Brille gesteuert wird. Ein Like mit einem Zwinkern, Nachrichten durch Gedanken verschicken oder Smileys über Gesichtserkennung setzen.

Auch in diesem Bereich arbeitet Facebook fleißig an neuen Möglichkeiten. Neben der Spracherkennung ist für Facebook besonders die Gesichtserkennung als relevantes Thema nach vorne gerückt. Ziel ist es, die Emotionen des Nutzers eindeutig zu erkennen und anhand von Mustern gezielter Inhalte zu setzen. Das System soll erkennen, welche Inhalte ich anhand meiner Mimik und Augenbewegung für relevant halte und was im Newsfeed in Zukunft nicht mehr auftauchen sollte.

Warum Emotionen?

Sie sind ein elementarer Bestandteil von Facebooks Marketingplan. Sie haben verstanden, dass der Mensch kaum auf etwas so extrem anspricht wie auf Emotionen. Klarer kann man diese besonders seit der Einführung von Emotionen als Reaktion anstatt likes.

Facebook möchte von uns, dass wir auf ihren Portalen emotional werden. So bauen wir eine um einiges engere Bindung auf und greifen öfter auf das Netzwerk zu. Was Werbekampagnen unaufhörlich versuchen, übt Facebook in Perfektion aus.

Was ist morgen?

Was auch immer die Zukunft bringen mag, Facebook ist gewappnet. Facebook kann seine Monopolstellung im sozialen Segment genau so wenig verlieren, wie Google den hohen Status im Suchmaschinenbereich. Wir werden weiter auf Facebook unsere Zeit verbringen.