Der ikonische Bulle an der Walll Street

Mehr als 1,37 Milliarden Nutzer. Und das jeden Tag. Das ist der „FaceBoom“. Auch im dritten Quartal gelang es Facebook, alle Erwartungen zu übertreffen und einen neuen Rekord aufzustellen. Das Unternehmen hat 4,71 Milliarden Dollar Gewinn eingenommen. Überwiegend aus Werbeeinnahmen. Mit 10,33 Milliarden US-Dollar überschritten die Umsätze dabei erstmals die magische 10 Milliarden-Marke. Doch auch für Facebook scheint nicht immer die Sonne.

DAUs Q3

Korruption, Manipulation und Hass

Soziale Megamedien wie Twitter und Facebook stehen unter scharfer Kritik. Die US-Russland Wahlaffäre bleibt heißes Diskussionsthema. Der Chef Facebooks Rechtsabteilung war erst vor wenigen Tagen vom US-Senat befragt worden, wie Russland sich über ein soziales Netzwerk in den Wahlkampf einmischen konnte. Auch Hass scheint weiterhin ein allgegenwärtiges Problem sozialer Netzwerke zu sein. Zuckerberg soll künftig zunehmend Verantwortung für seine Nutzer und Inhalte seiner Website tragen.

Dennoch prallen derart turbulente Neuigkeiten nach wie vor an Facebooks Marktstellung ab. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte Facebook seine Gewinne um fast 80 Prozent.

Werbung lohnt sich

Auch in diesem Jahr schreiben die Onlinegiganten unglaubliche Zahlen. Nachdem Microsoft, Amazon und Google bereits die Anleger frohlocken ließen, zieht nun auch Facebook mit unerwartet hohen Zahlen nach.

Facebook Revenue Q3 2017

Werbeeinnahmen bleiben Facebooks Haupteinnahmequelle. Dabei werden inzwischen knapp 90 Prozent dieser Werbeanzeigen mit einem Mobilgerät empfangen. „Unsere Community wächst und unser Geschäft läuft gut“, meint Zuckerberg zu den neuen Zahlen. Dabei übertraf Facebook ein weiteres Mal jegliche Erwartungen. An der Wall Street bleiben viele offene Münder auf dem Börsenparkett. Die Resultate sein ein neues Allzeithoch des Facebook-Kurs und sehr positive Prognosen für die kommenden Quartale.

Nicht verwunderlich, wenn man die letzte Steigerung in Betracht zieht. Von 2,62 Milliarden auf 4,71 Milliarden US-Dollar, das entspricht einer Steigerung von fast 80 Prozent. In einzelnen Aktien bedeutet das, dass sie von 0,9 Dollar auf 1,59 Dollar stieg. Prognostiziert waren bisher nur 1,28 Dollar. Einem jeden wird klar, wie immens Zuckerberg die Hoffnungen der Anleger übertreffen konnte.

Wie geht es weiter?

Zuckerberg verärgert Shareholder

Auf Vorwürfe geht Zuckerberg nicht direkt ein. So sagte er: „Unsere Gemeinde wächst weiter und unser Geschäft läuft gut. Aber all das bedeutet nichts, wenn unsere Dienste in einer Art und Weise genutzt werden, die Menschen nicht zusammenbringt. Wir meinen es ernst damit, Missbrauch auf unserer Plattform zu unterbinden. Unsere Gemeinde zu schützen, ist wichtiger als unsere Profite zu maximieren.“ Das wiederum schmeckte der Wall Street nicht so gut. Somit musste der Aktienkurs direkt wieder ein kleines Minus verzeichnen. Das blaue F wird es wohl kaum interessieren. Immerhin drücken Staaten auf der gesamten Welt ihren Unmut über die unregulierten Medien aus.

Der chinesische Markt bleibt Zuckerberg unter anderem deshalb weiterhin verschlossen. Zwar ist China bekannt dafür, das Internet nur zensiert der Bevölkerung zugänglich zu machen. Doch auch Deutschland und selbst die USA stehen sozialen Netzwerken weiter kritischer gegenüber. Zuckerberg stand bereits vor Jahren unter scharfer Kritik und weiß inzwischen damit umzugehen. Das verdankt er jahrelangem Training mit unterschiedlichen Beratern, die ihm inzwischen die perfekte Medienpräsenz ermöglichen.

So musste er hart an seinem Image arbeiten und versuchte in den letzten Jahren ein freundliches Bild vom bürgernahen Facebook-Chef zu malen. Scheinbar erfolgreich – trotz wiederkehrender Kritik, wird mit Zuckerberg bei weitem nicht mehr so hart ins Gericht gegangen. Außerdem schafft er es inzwischen zu jeder Zeit seine Contenance zu bewahren und weiß schwierigen Fragen zu entgehen.