Facebook Steuernreform

Dass Internetgiganten wie Facebook, Google, Amazon und Co kaum Steuern zahlen, ist allgemein bekannt. Jetzt will Europa mit einer Steuerreform den Schlussstrich ziehen. Ergeben sich dadurch enorme Steuereinnahmen für die EU?

Die Steuertricks der Großen

In einer Welt, die von bürokratischen Papierkriegen bestimmt wird, haben Steuerberater gut lachen. Mit absurd-komplexen Steuerkonstrukten werden Milliardengewinne so lange von Land zu Land geschickt und verschleiert, bis keiner mehr weiß, wo welche Gewinne hinfließen. Dabei haben die Großkonzerne wenig Skrupel, die steuerlich finanzierten Angebote des Staats zu nutzen. Die ARD erklärt in diesem Beitrag, wie genau diese Transaktionen funktionieren.

Seit Jahren beobachten wir, wie Google und Co das Geld an den Staaten vorbeischmuggeln. Der Focus berichtete bereits vor zwei Jahren über die lächerlichen Bilanzen der Konzerne. Oder vor einem Jahr, als Facebook CEO Mark Zuckerberg jedem Mitarbeiter der Vereinigten Königreiche eine Millionen Euro als Bonus schenkte. Was zunächst wohltätig und großzügig erscheint, zielte in Wahrheit jedoch einzig auf Steuerersparnisse ab. Der Milliardenunternehmer zahlt nun mal lieber ins eigene System.

Offensichtlich gibt es europäische Mitgliedsstaaten, die von Facebooks Steuertricks profitieren. Solange Europa den Konzernen und Lobbyisten nicht geeint entgegentritt, ist keine Besserung zu erwarten. Oder etwa doch?

Europas Steuerreform

Europa, das meint in diesem Fall die großen Mitgliedsstaaten Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, sind das Versteckspiel der Internetkonzerne Google und Facebook leid. Bundesfinanzminister Schäuble und seine Kollegen möchten eine sogenannte „Ausgleichssteuer“. In dieser soll nun nicht mehr der Gewinn des Unternehmens, sondern der Umsatz zählen. Das bedeutet, dass alle Einnahmen besteuert werden ohne Rücksicht auf die Ausgaben. So kann der Gewinn nicht nach Irland geschafft und unter fadenscheinigen Begründungen an Unterfirmen aufgeteilt werden.

In Aktion treten, BEVOR das Bürokratiechaos entsteht, lautet die Devise. Ein Ansatz, der logisch erscheint, doch ein trügerisches Problem aufwirft. Wenn Konzerne direkt am Umsatz verlieren, hemmt das Investitionen. Solange der Staat nur an Gewinnen beteiligt wird, kann steuerfrei Geld in das Unternehmen investiert werden. Wenn dieser Luxus verweigert wird, was dann? Stagniert Facebooks Innovationslust in Zukunft?

Facebook investiert weiter!

Zumindest gibt es Stimmen, die seit Jahren weniger Steuern für Unternehmen fordern. So werden Arbeitsplätze geschaffen, gesichert und jeder hat mehr davon. Ein tolles Konzept, würden die Großkonzerne nicht genau in diesen Bereichen Steuerlücken suchen. Dann investiert Facebook eben in einen Personal Trainer, der Marc Zuckerberg empfiehlt, bei schlechtem Wetter einen Regenschirm mitzunehmen. Für diesen tollen Tipp wird er auf dem Papier mit 5 Milliarden vergütet und macht 4,99 Milliarden wieder für Zuckerberg zugänglich. Wer möchte dem Facebook-König schon nachweisen, dass diese Investition nicht absolut sinnvoll war?

Die Investitionslust des millardenschweren Zuckerbergs wird wohl kaum darunter leiden. In der Vergangenheit zögerte er nie andere Unternehmen aufzukaufen, neue Möglichkeiten für Mitarbeiter zu schaffen und Visionen umgehend umzusetzen. Zu den neuesten Facebook-Errungenschaften gehören Facebook Watch und das inzwischen fortgeschrittene Oculus Rift-Projekt „Spaces“. Wenn Facebook und Google zur also zur Steuerkasse gebeten werden, profitiert die Gemeinschaft.